Konzept

Wirtschaftsbetriebe sind auf Kapital angewiesen. Entweder haben sie es oder sie brauchen es in Form eines Kredits. Das ist bei Gelawis nicht anders. Sie sind nur insofern ein Sonderfall, als der Bedarf, den sie erfüllen, im Wesentlichen bekannt und ihre Produktion daher gut planbar ist. Das ermöglicht die übliche Form der Finanzierung von Gelawis, nämlich durch Beiträge, die vorab geleistet werden, also durch einen Kredit, der nicht zurückbezahlt, sondern getilgt wird, indem die vereinbarte Leistung erbracht wird.

Die Produktion der allermeisten Handwerks- und Gewerbebetriebe ist jedoch keineswegs so gut planbar wie die der Landwirtschaft. Gemeinschaftsgetragene Betriebe aller Art werden daher nicht wie Gelawis finanziert werden können, weil sich der Bedarf an ihren Leistungen nicht genau vorhersagen lässt, weder von denen, die sie brauchen, noch von denen, die sie erbringen werden. Solche Betriebe brauchen daher einen Kreditrahmen, um auf eine schwankende Nachfrage reagieren zu können. Auch Gelawis könnten im Prinzip so finanziert werden. Es ist nur nicht notwendig. In fast allen anderen Versorgungsbereichen ist ein solcher Rahmen jedoch zwingend erforderlich.

Daher will der Dorfgarten die Voraussetzungen für einen gemeinschaftsgetragenen Kreditrahmen für Betriebe aller Art schaffen. „Gemeinschaftsgetragen“ bedeutet hier, dass eine Gemeinschaft einem Betrieb ALLES Kapital zur Verfügung stellt, das dieser braucht, um produzieren zu können, einschließlich aller Einkommen. Umgekehrt gehört der Gemeinschaft dafür alles, was der Betrieb hervorbringt. Das Ergebnis ist eine Wirtschaft, deren Akteure nicht mehr gegeneinander – Tauschgegner gegen Tauschgegner (Max Weber) – antreten, sondern eine, in der die Gemeinschaft für ihre Akteure sorgt und umgekehrt.

Was braucht es dazu?

Nicht viel. Im Idealfall. In diesem wäre der Dorfgarten eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die das Recht und die Möglichkeit hätte, Geld zu schöpfen, so wie Banken heute, wenn sie zwei Konten eröffnen, ein Giro- und ein Kreditkonto, von denen das eine ins Plus und das andere ins Minus geht. Bis es jedoch so weit ist, gilt es Vereinsvermögen zu schaffen, das für nichts anderes verwendet werden kann und darf als für zinsfreie Unternehmens- oder Projektkredite im Einvernehmen, dass sämtliche Einnahmen nicht dem Unternehmen, sondern der Gemeinschaft zustehen – als Tilgung oder als Überschuss, der allen gehört.

Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf: Per Kredit aus der Luft geschaffenes Produktionskapital fließt an die Unternehmen, von dort in der Produktion zu Lieferanten und Mitarbeitern und wird so zu deren Einkommen. Durch den Konsum der Produktion werden diese Einkommen wieder zu Einnahmen. Diese tilgen die ursprünglichen Produktionskredit und das Geld verschwindet dadurch wieder aus dem Kreislauf.

In diesem Kreislauf spielt Geld keine – eigene – Rolle. Solange es sich im Vereinsvermögen befindet, ist es vollkommen inert. Es kann und darf ausschließlich zur Vergabe von Produktionskrediten verwendet werden. Erst als Kredit erfüllt es eine Aufgabe, nämlich die Ressourcen und Fähigkeiten anzuziehen, die Unternehmen brauchen, um ihre Aufgaben für die Gemeinschaft erfüllen zu können.

Auf diese Weise ermöglicht es ein Wirtschaften, das sich ausschließlich am realen Bedarf realer Menschen und einer realen Mitwelt orientiert. Es gibt keinen Kapitaldienst mehr. Nicht wir dienen dem Geld, sondern es dient uns. Unternehmen im Dorfgarten brauchen keine Renditen, keine Rücklagen, keine Versicherungen, keine künstliche Erzeugung von Nachfrage, kein Wirtschaftswachstum. Was es braucht, wird gemacht. Nicht mehr als das, doch in höchster Qualität. Die Folgen für uns und unsere Mitwelt kann man sich gerne vorstellen.

Aber!? Wie kommt der Dorfgarten jetzt und heute zu seinem Vermögen?

Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten:

1) Etablierte Unternehmen schließen sich dem Dorfgarten an, sobald sie erkennen, um wieviel mehr es allen, auch ihnen, besser gehen wird, wenn sie die reinen Überschüsse, die sie erwirtschaften, nicht für sich behalten, um sie z. B. an der Börse weiter zu vermehren, sondern damit zu einer Wirtschaftsweise beitragen, die sich rein am Bedarf orientiert.

2) Menschen leisten eine Vorauszahlung für Produkte oder Leistungen, die erst noch erbracht werden müssen. Der Unterschied zum Crowdfunding ist, dass eine solche Einlage nicht zum Bezug eines Produktes von einem Unternehmen, sondern zum Bezug sämtlicher Produkte und Leistungen berechtigt, die der Dorfgarten hervorbringt. Es wird einer Vereinbarung bedürfen, dass nur ein bestimmter Prozentsatz pro Bezug gegenverrechnet werden kann und/oder eine Gegenverrechnung erst nach Ablauf einer bestimmten Frist erfolgen kann.

3) Menschen gewähren dem Dorfgarten Direktkredite, z. B. über die Plattform „Krötenwanderung“ (noch nicht aktiv).

4) Menschen sehen sein Potential aus ihrem Vermögen Kapital zu machen, das tatsächlich dem Organismus dient, den sie zusammen mit allen und allem bilden, und schenken es dem Dorfgarten und daher nicht zuletzt sich selbst.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Der ist getan. Doch viele Fragen sind noch nicht beantwortet oder noch gar nicht gestellt. Dazu gibt es die FAQs. Je mehr Fragen uns direkt erreichen, desto schneller wird das Bild klar werden.

Wie geht es weiter?

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